Gut für Familien: der KUBUS-Nikolausmarkt
„Vielleicht finden wir hier noch einen Keks.“ Felix schaut seinen Vater mit großen Augen an, klar, hier gibt’s Kekse. Beide stehen am Stand des Quartiersmanagements (QM), an dem man selber Plätzchen backen kann. Das QM-Team hatte vorher eine große Menge Teig angerührt und mit in die Teupitzer Straße gebracht, außerdem Zuckerstreusel, Nudelhölzer und Förmchen. Den notwendigen Backofen stellte KUBUS zur Verfügung. An dem kleinen Stand war viel los, auch weil das QM-Team sich eines kommunikativen Tricks bediente: Überm Zelt stand in Großbuchstaben „Weihnachtsbäckerei“. Und wer schon einmal mit Kindergärten zu tun gehabt hat, weiß: „Weihnachtsbäckerei“ ist ein Triggerwort, das bei den Kindern den Keks-Reflex auslöst. So auch diesmal. Der große Andrang war nur deswegen zu bewältigen, weil das QM-Team von Teresa Wagner vom Projekt „Zuhause im Harzer Kiez“ unterstützt wurde. Teresa räumte beim Weihnachtsschmuck-Wettbewerb auch auf der Bühne ab, dazu später mehr.
Für Felix’ Vater waren die Kekse nicht der einzige Grund für den Besuch des Nikolausmarktes. „Ich finde es gut, dass man hier nicht so viel Geld ausgeben muss. Es ist super für Kinder und Familien.“
Auf den Weihnachtsmärkten am Gendarmenmarkt oder am Alex kostet die Bratwurst bis zu 8 Euro, auf dem KUBUS-Nikolausmarkt gerade mal 2,50. Familien sind auf den großen Weihnachtsmärkten schnell eine Menge Geld los, viele können sich einen Besuch gar nicht leisten. Anders bei KUBUS. Der Beschäftigungsträger organisiert den Nikolausmarkt als Event für die Nachbarschaft. Auch, um das Lebensgefühl im Kiez zu verbessern. Statt blinkender Karussels gibt es Stände mit Dingen, die die KUBUS-Mitarbeiter*innen an verschiedenen Berliner Standort selbst gebaut haben. In der Mitte des Platzes steht eine Feuerschale für Stockbrot, es gibt einen Ski-Parcours, zwei lebensgroße Kunststoff-Kühe zum Klettern und eine Hüpfburg, die Michael Lind vom Nahkauf am Kiehlufer zur Verfügung stellt.
Vor dem Einzug von KUBUS, erzählt Gernot Zessin, der beim Beschäftigungsträger für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, habe der Ort einen schlechten Ruf gehabt. „Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir etwas anders machen.“ KUBUS kooperiert mit den Schulen und Kitas im Kiez, sitzt als starker Partner im Quartiersrat. „Wir haben den Anspruch, positiv in den Stadtteil zu wirken“, erzählt Gernot.
Dazu trägt schließlich auch die lockere und freundliche Atmosphäre auf dem Nikolausmarkt bei. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Verlosung zum großen „Weihnachtsschmuck-Wettbewerb“, den KUBUS zwei Wochen vor dem Fest ausgeschrieben hatte. Alle – nicht nur Kinder – konnten Weihnachtsbaum-Schmuck basteln und abgeben. KUBUS-Projektkoordinator Mathias Krebs kam eigens aus der Gropiusstadt angereist, um die Verlosung zu moderieren. Von einer Bewertung nach Schönheit hatte man abgesehen, um allen die gleichen Chancen auf einen Preis einzuräumen.
Knapp 40 Menschen beteiligten sich, bastelten Schneemänner aus Klopapierrollen, Sterne oder nachhaltiges Lametta aus Pappe. Mit dabei auch Teresa Wagner, die zusammen mit Kindern und Jugendlichen aus den beiden Unterkünften für wohnungslose Menschen viele schöne Dinge bastelte. Bei der Verlosung wurde zuerst Teresa gezogen, dann noch ein Mädchen aus ihrer Bastelgruppe. Zu gewinnen gab es jeweils einen Gutschein über 15 Euro, den man auf dem Nikolausmarkt einlösen konnte.
Text/Fotos: Webredaktion, M. Hühn, 2025








