Jugendliche planen ihren Platz

Foto: QM Harzer Straße

Foto: Jens Sethmann

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Platz S, Foto: Jens Sethmann

Remise, Foto: Jens Sethmann

Seit Oktober 2022 läuft das QM-Projekt „Harzer Kiez in Bewegung“. Eines der Projektziele ist es, ein Konzept für einen Jugendort für Jugendliche ab 14 Jahren unter deren Beteiligung zu entwickeln. Bisher gab es für diese Altersgruppe in der näheren Umgebung keine festen Anlaufpunkte und Aufenthaltsmöglichkeiten. Um der Zielgruppe einen ersten Aufenthaltsort anbieten zu können, hat der Projektträger bwgt e.V. auf dem Spielplatz an der Teupitzer Straße einen Bauwagen aufgestellt und ihn zusammen mit den Jugendlichen nach ihren Wünschen ausgestattet und gestaltet. Für die Wintermonate konnte man eine beheizbare Remise auf dem Hinterhof der Harzer Straße 66 nutzen. Mittlerweile steht dieses Gebäude sogar das ganze Jahr zur Verfügung. Dort treffen sich die Jugendlichen regelmäßig, um Sport zu treiben und gemeinsam Zeit zu verbringen.

Platz-Erneuerung 2027/28

Im Laufe des letzten Jahres haben die Jugendlichen gemeinsam mit dem Projektteam Pläne für einen festen Jugendort auf dem Platz S geschmiedet. Die Grünfläche im Dreieck Treptower/Harzer/Teupitzer Straße hat keinen richtigen Namen und wird seit jeher so genannt, wie ihn die Rixdorfer Stadtplaner vor über 100 Jahren in ihrem Bebauungsplan beschriftet haben: Platz S. 

Das Bezirksamt Neukölln möchte den Spielplatz auf dem Platz S in den Jahren 2027 und 2028 umgestalten und dabei einen Jugendort für Jugendliche eingliedern. Aus dem Baufonds des Quartiersmanagements stehen dafür insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung. „Das ist bisher unser teuerstes Projekt im Harzer Kiez“, sagte Katrin Janetzki, Gebietsbetreuerin des Bezirksamts. Sie betonte, wie wichtig die Stimme der Jugendlichen bei der Planung des Ortes ist: „Deshalb ist das für mich auch ein Herzensprojekt.“ Quartiersmanagerin Vanessa Machowetz ergänzte: „Das ist eine Superchance, hier bedarfsgerecht zu bauen.“ 

Von Jugendlichen entwickelt für Jugendliche

Am 19. Februar wurden die Pläne für den Jugendort in der Remise vorgestellt. Die Jugendecke soll dort bleiben, wo heute der Bauwagen steht, denn an der Teupitzer Straße gibt es gegenüber keine Anwohnenden, die sich von der Zielgruppe gestört fühlen könnten, wenn es mal laut wird. Gewünscht sind für diesen Bereich zwei Container für den Aufenthalt sowie eine Toilette, Möglichkeiten um Handys aufzuladen und einen Unterstand. „Es ist wichtig, dass es abgezäunt ist, damit es eindeutig der Jugendbereich bleibt“, erklärte Birgit Funke von bwgt. Der größte Teil des Platzes soll weiterhin den Kindern und Familien vorbehalten sein. 

An der Ecke Teupitzer/Harzer Straße sehen die Pläne eine Multisportfläche, Calisthenics-Geräte und zwei Bolzplätze vor. „Es gab den großen Wunsch, dass es einen kleinen Fußballplatz für die Kleinen und einen großen für die Großen geben soll“, berichtete Birgit Funke. Für die Jugendlichen war auch wichtig, dass es dort kleine Tribünen gibt. „Zur Inspiration haben wir uns verschiedene Jugendorte in Berlin angeschaut“, erklärte Katrin Germonprez von bwgt. Dadurch kam man auf viele Ideen zur Gestaltung und Farbgebung. 

In zwei Entwurfsvarianten sind die Sportanlagen unterschiedlich angeordnet. In einer Alternative ist das Multisportfeld größer, so dass man zum Beispiel auf zwei Körbe Basketball spielen oder ein Volleyball-Netz spannen kann.

Bewegung und Beteiligung laufen weiter

Der Neuköllner Baustadtrat Jochen Biedermann zeigte sich beeindruckt von den Entwürfen. Zusammen mit dem Jugendamt hat das Straßen- und Grünflächenamt die Planung mit den Jugendlichen von Anfang an begleitet und wird sie nun genauer ausarbeiten. 

Dabei werden die Jugendlichen weiter beteiligt. Und auch das bwgt-Team bleibt im Boot, obwohl das Projekt „Harzer Kiez in Bewegung“ eigentlich Ende Februar auslaufen sollte. „Wir freuen uns, dass das Projekt bis Ende 2027 verlängert werden konnte“, verkündete Vanessa Machowetz. Für die Jugendlichen sei es wichtig, dass Vertrauenspersonen weiterhin dauerhaft und regelmäßig vor Ort sind.

Webredaktion