Initiative „Wilde Hecken“ sucht helfende Hände

Nistkasten am Weigandufer

Nistkasten am Weigandufer.

Spaziergang der Initiative Wilde Hecken am Weigandufer
Claudia von der Initiative Wilde Hecken neben einem hochgebundenen Ast.

Claudia von der Initiative Wilde Hecken neben einem hochgebundenen Ast.

Die Gründung der Initiative war die Antwort auf den Kahlschlag

Die Initiative „Wilde Hecken“ wurde im Jahr 2022 gegründet, weil die Hecke am Weigandufer vom Straßen- und Grünflächenamt (SGA) radikal zurückgeschnitten wurde, wodurch Lebensraum für Vögel und Insekten verloren ging. Die Gründe für den Rückschnitt waren zum einen die Vermüllung der Hecken, zum anderen die vermeintliche Gefährdung des Verkehrs am Weigandufer. Hinzu kam, dass das SGA eine dauerhafte Pflege aufgrund fehlenden Personals nicht gewährleisten konnte. Die Initiative verhandelte daraufhin mit dem SGA und erreichte, dass neue Sträucher gepflanzt und Nistkästen für kleinere Vögel aufgehängt werden konnten. Mit der Absprache war und ist verbunden, dass die Initiative sich sowohl um die Pflege des Heckenabschnitts zwischen Innstraße und Truseweg, als auch um die Nistkästen kümmert. Die Initiative sucht zurzeit Anwohner*innen, die sich beteiligen möchten.

 

Eine große Vielfalt an Sträuchern

Claudia und Uwe von der Initiative sind Expert*innen in Sachen Heckenpflege. Zwar müssen beide manchmal noch in der Bestimmungs-App nachschauen, um welche Pflanze es sich handelt, die meisten sind ihnen aber bekannt. Das kann man im Einzelfall auch wörtlich nehmen, denn sie haben einen guten Überblick über alle Sträucher, die zwischen der Innstraße und dem Truseweg wachsen. Seit 2023 gießen sie in Trockenphasen die Vegetation, binden tief hängende Äste hoch und entsorgen Müll. „Es gibt hier zum Beispiel Holunder, Kornelkirschen, Haselnuss, Pfaffenhütchen oder oder die gewöhnliche Schneebeere. Manches, wie die Brennnessel, hat sich selbst gepflanzt“, erzählt Uwe.

 

Gartenbaufirma schneidet zu viel ab

Auch wenn es eine Absprache mit dem SGA zum Erhalt der Hecke gibt, kommt es immer wieder zu Rückschlägen. Der Grund: Das SGA hat eine private Gartenbaufirmen mit der Pflege der Hecke beauftragt, die die Arbeiten oft nicht korrekt ausführt. Mitarbeiter der Firma haben in den letzten Jahren aus Unkenntniss immer wieder Pflanzen herausgerissen, die absichtlich gesetzt wurden, oder haben Sträucher zu tief abgeschnitten. „Mittlerweile hat wohl das SGA der Firma die Auflage gemacht, dass der Vorarbeiter einen Heckenschnittkurs besucht“, berichtet Claudia während des Spaziergangs. Unabhängig davon, brauchten gerade die neu gesetzten Pflanzen noch eine regelmäßige Pflege, bis sie sich etabliert hätten. So seien 2023 mit Geldern des Senats zwar neue Sträucher gepflanzt worden, die damit beauftragte Firma habe sie aber, erzählt Claudia, entgegen einer vertraglichen Vereinbarung nicht regelmäßig gegossen und vertrocknen lassen.

 

Überschaubarer Aufwand

Der Aufwand für potentielle Heckenpfleger*innen hält sich indes in Grenzen: Wer Zeit und Lust hat, kann einmal in der Woche den kurzen Abschnitt von Müll befreien und abgebrochene Äste zur Seite legen. Gießkannen schleppen muss man nicht: Es gibt eine Tauchpumpe, die aus dem Kanal Wasser durch einen Schlauch nach oben pumpt. Eine zusätzliche und interessante Aufgabe steht im Herbst an. Dann müssen alle Nistkästen kontrolliert und gereinigt werden, damit sie im kommenden Frühjahr wieder bezogen werden können. Letztlich lohnt sich die Arbeit für alle, denn die Hecke bietet Lebensraum für Tiere und ist ein wichtiger Beitrag für mehr Artenvielfalt in der Stadt. Bei Interesse kann hier Kontakt aufgenommen werden: kontakt@wildehecken.de

Das Quartiersmanagement Harzer Straße unterstützt die Initiative u.a. durch die Finanzierung von Körben für die Winterfütterung von Vögeln sowie die Ausgabe des Futters an Nachbar*innen und den Kauf von Pflanzen und Geräten.

 

Text/Fotos: M. Hühn, Webredaktion 2025