Aufbruch ins Quartiersjahr 2026

Foto: Jens Sethmann

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Viele neue Leute voller Tatendrang kamen zur ersten Quartiersratssitzung des Jahres 2026 in die Kita Wildenbruchstraße. Im Dezember hatte die turnusmäßige Neuwahl der Bewohnendenvertretung stattgefunden. Neue und altgediente Mitglieder bekamen nun zu Beginn der Sitzung die Gelegenheit, sich untereinander in einem kleinen Spiel kennenzulernen und Interessen und Gemeinsamkeiten auszutauschen.

Schnellkurs für Quartiersratsneulinge

Für die Neulinge gab Sören Bott von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen einen kurzen Überblick über das Programm Sozialer Zusammenhalt, auf dem das Quartiersmanagement beruht. Der Harzer Kiez ist eines der aktuell 32 Berliner Quartiersmanagementgebiete. Aus den drei Fördertöpfen Aktionsfonds, Projektfonds und Baufonds werden Projekte für den Kiez finanziert, die unter Beteiligung des Quartiersrats entwickelt werden. Schließlich wissen die Menschen, die im Gebiet wohnen und arbeiten, am besten, was der Kiez braucht. Die Gebietsbeauftragte des Bezirks, Frau Katrin Janetzki stellte sich auch vor und drückte ihre Freude auf die baldige Zusammenarbeit aus.

Zunächst wurde die Rahmengeschäftsordnung des neuen Quartiersrats Harzer Straße diskutiert und abgestimmt. Im Wesentlichen wurde die Arbeitsgrundlage des bisherigen Quartiersrats übernommen. Das Gremium besteht aktuell aus 12 Anwohnenden und acht Vertreterinnen und Vertretern von insbesondere Bildungs-, Jugend-, Sozial- und Kultureinrichtungen aus dem Kiez, den „starken Partnern“. Eva und Özcan haben sich bereit erklärt, die Rolle der Quartiersratssprecher*innen auszufüllen: Sie können für den Quartiersrat unter anderem an den Steuerungsrunden mit dem Bezirksamt und der Senatsverwaltung teilnehmen, repräsentieren das Nachbarschaftsgremium nach Außen und können Fachtagungen und Workshops besuchen.

Gemeinsam neue Projekte entwickeln

Quartiersmanagerin Vanessa Machowetz gab anschließend einen Ausblick auf die kommenden Aufgaben des Quartiersrats: „Wir haben in diesem Jahr im Projektfonds 315.000 Euro zur Verfügung, mit denen wir neue Projekte starten oder laufende Projekte weiterführen können.“ In einer Projektwerkstatt können die Quartiersratsmitglieder auf der nächsten Sitzung am 25. März 2026 erste Ideen mitentwickeln.

Dabei gibt es einige Vorgaben. So muss dieses Jahr im Quartier ein Klimaprojekt starten. Gesetzt ist auch das Thema Bildung, denn eigens zur Vorbereitung eines Bildungsprojekts hat im November eine zweitägige Bildungskonferenz stattgefunden. 

Vier Projekte laufen in diesem Jahr aus. Eines davon ist das Projekt „Lesen macht Spaß“. Die Eduard-Mörike-Schule hat signalisiert, dass die dortige Schulbibliothek und die Koordinierung der Lesepat*inne durch andere Mittel finanziert werden können und dem Kiez erhalten bleiben. Damit ist ein wesentliches Ziel des Projektes erreicht. Das Projekt "Begegnungsort in der Hans-Fallada Schule" wird nicht weitergeführt, da sich bei einem Folgeprojekt die Rahmenbedingungen verändern würden und der Träger TandemBtl sich gegen einen Folgeantrag entschieden hat. Da mit dem laufenden Projekt „Harzacker“ und dem als Vorgabe zu erstellenden sozialen Klimaprojektes in das Handlungsfeld „Öffentlicher Raum bereits investiert wird, ist eine zusätzliche Förderung des Projekts „Idyll ohne Müll“ aus fördertechnischen Gründen problematisch. Zudem können Bestandteile des Projektes durch das bezirkliche Programm „Null Müll Neukölln“ übernommen werden. So werden weiterhin im Harzer Kiez Sperrmüllmärkten stattfinden und auch die Beratung zur Abfallvermeidung soll fortgeführt werden.

Das Ende 2026 auslaufende Projekt „Zuhause im Harzer Kiez“ des Trägers Nena e.V. trägt dazu bei, dass Kinder und Jugendliche aus den Wohnungslosenunterkünften einen verbesserten Zugang zu Freizeitaktivitäten erhalten. Das Projekt ist erst im September 2025 gestartet. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Projekt und würden es gerne weiterführen“, sagte Quartiersmanagerin Sarah König.

Meinungen zum Hertzbergplatz gefragt

In einer Pause konnten sich die Teilnehmenden der Sitzung mit einer leckeren Linsensuppe stärken. Zum Schluss stellten Studierende der Stadt- und Regionalplanung an der Technischen Universität Berlin ihr Projekt „Sozialverträgliche Klimaanpassung im Stadtraum: der Hertzbergplatz als Fallstudie“ vor. In Vorbereitung zur Erstellung eines geeigneten Konzeptes suchen sie Menschen aus dem Quartier, um die Herausforderungen und Probleme des Platzes, aber auch Wünsche und Lösungen für die neugestaltete Grünanlage zu erfahren. Wer dazu etwas beitragen möchte, bekommt über das Quartiersmanagement den Kontakt zu den Studierenden. Ihren abschließenden Projektbericht geben sie auch an die Senatsverwaltung und den Bezirk weiter. So kann die Arbeit in die Umbauplanung für den Hertzbergplatz einfließen, die im Zeitraum 2027/28 vorgesehen ist. Die bauliche Umgestaltung soll 2029 beginnen.

Webredaktion